How to Choose the Correct Burkert Solenoid Valve

So wählen Sie das richtige Burkert-Magnetventil aus

Ein Magnetventil, das passend aussieht, kann eine Maschine trotzdem zum Stillstand bringen. Eine nicht passende Spannung, Dichtungswerkstoff, Betriebsdruckbereich oder Anschlussgewinde kann zu Leckagen, Spulenausfällen, schlechtem Durchfluss oder einem Ventil führen, das sich niemals öffnet. Zu wissen, wie man das richtige Burkert-Magnetventil auswählt, beginnt mit den Anwendungsdaten und endet mit einer exakten Prüfung der verbauten Teilenummer.

Mit der Identifizierung des vorhandenen Ventils beginnen

Bei einem ausgefallenen Ventil an einer in Betrieb befindlichen Anlage ist die sicherste Austauschmethode, die vollständigen Daten vom vorhandenen Burkert-Typenschild zu übernehmen. Notieren Sie die Typnummer, Identifikations- oder Bestellnummer, Spannung, Frequenz, Leistung, den Druckbereich, das Gehäusematerial, den Dichtungswerkstoff, die Anschlussgröße und den Durchflusspfeil. Fertigen Sie vor dem Ausbau des Ventils klare Fotos vom Etikett, den Anschlüssen, den Gehäusekennzeichnungen und den Armaturen an.

Die Typnummer allein kann eine Ventilfamilie identifizieren, jedoch nicht immer die genaue Ausführung. Eine einzelne Burkert-Ventilserie kann mit unterschiedlichen Spulenspannungen, Elastomeren, Nennweiten, Anschlussarten und Zulassungen geliefert werden. Der Bestellcode oder die ID-Nummer ist in der Regel die zuverlässigste Referenz für einen exakten Ersatz.

Wenn das Etikett abgenutzt ist oder fehlt, dokumentieren Sie stattdessen die Anwendung. Ermitteln Sie das Medium, den Versorgungsdruck, den Prozessdruck, die Leitungsgröße, die elektrische Versorgung, die normale Ventilstellung und die Montageanordnung. Diese Informationen schränken die zulässigen Optionen ein und verhindern die Bestellung eines ähnlich aussehenden, funktional jedoch falschen Ventils.

Ventilfunktion vor Anschlussgröße abgleichen

Die passende Gewindegröße macht noch kein passendes Ventil aus. Ermitteln Sie zunächst, ob das verbaute Ventil normalerweise geschlossen, normalerweise geöffnet oder als Dreiwegeventil ausgeführt ist. Ein normalerweise geschlossenes Ventil sperrt den Durchfluss bei nicht erregter Spule. Ein normalerweise geöffnetes Ventil lässt den Durchfluss zu, bis die Spule erregt wird. Eine Umkehrung dieser Logik kann ein Sicherheitsrisiko darstellen oder verhindern, dass ein pneumatischer oder fluidtechnischer Kreislauf seinen Ablauf beendet.

Prüfen Sie außerdem, ob es sich um ein direktwirkendes oder vorgesteuertes Ventil handelt. Direktwirkende Ventile können bei null Differenzdruck schalten und werden häufig für geringe Durchflüsse, Vakuum und bestimmte Regelaufgaben eingesetzt. Vorgesteuerte Ventile nutzen den Leitungsdruck zur Unterstützung des Öffnens und Schließens. Dadurch sind sie für höhere Durchflüsse effizient, benötigen jedoch möglicherweise einen Mindestdifferenzdruck. Der Einbau eines vorgesteuerten Ventils in eine Anwendung ohne Druck ist ein häufiger Grund dafür, dass ein Ventil brummt, aber nicht korrekt schaltet.

Bei Dreiwegeventilen müssen die Anschlussbezeichnungen und der Durchflussweg überprüft werden. Die Anschlüsse können mit Druck, Ausgang und Entlüftung gekennzeichnet sein, aber die Anordnung kann je nach Modell variieren. Gehen Sie nicht davon aus, dass drei passende Anschlüsse bedeuten, dass das Ventil auch zur Ablaufsteuerung der Maschine passt.

Werkstoffe für das tatsächliche Medium und die Temperatur auswählen

Das Ventilgehäuse, die internen Dichtungen und der Ventilsitz müssen dem durch das System strömenden Medium standhalten. Gehäuse aus Messing, Edelstahl und technischen Kunststoffen haben jeweils geeignete Einsatzbereiche. Die Beständigkeit hängt jedoch von Flüssigkeit, Konzentration, Temperatur und Reinigungsverfahren ab.

Die Auswahl der Dichtungen ist ebenso entscheidend. NBR wird häufig in pneumatischen Anwendungen und für allgemeine Einsatzzwecke verwendet. FKM wird oft für höhere Temperaturen sowie viele Öle und Kraftstoffe ausgewählt. EPDM wird häufig für Wasser, dampfbezogene Anwendungen und bestimmte Reinigungschemikalien eingesetzt, ist jedoch für viele erdölbasierte Flüssigkeiten nicht geeignet. PTFE kann eine breite Chemikalienbeständigkeit bieten, doch auch sein Dichtverhalten und seine Temperaturgrenzen müssen zur Ventilkonstruktion passen.

Wählen Sie nicht allein nach der Werkstoffbezeichnung aus. Heißwasser, mit Schmierstoffen versorgte Druckluft, aggressive Reinigungschemikalien, Dampf, Vakuum und Sauerstoffanwendungen stellen jeweils besondere Anforderungen. Prüfen Sie die ursprüngliche Spezifikation, wenn das Ventil mit etwas anderem als standardmäßiger trockener Druckluft oder neutralem Wasser arbeitet.

Druck, Durchfluss und Anschlussdetails prüfen

Bestätigen Sie sowohl den maximalen Betriebsdruck als auch den Differenzdruck über dem Ventil. Ein Ventil, das für den Leitungsdruck ausgelegt ist, kann trotzdem nicht funktionieren, wenn der erforderliche Mindestdifferenzdruck nicht erreicht wird. Vakuumanwendungen erfordern besondere Aufmerksamkeit, da nicht jedes Magnetventil für allgemeine Anwendungen dafür zugelassen ist.

Auch die Durchflusskapazität ist wichtig. Vergleichen Sie die Nennweite, den Cv- oder Kv-Wert und die Anschlussabmessungen des ursprünglichen Ventils. Ein zu klein dimensionierter Ersatz kann einen Zylinder unzureichend versorgen, die Befüllung verlangsamen oder den Prozessdurchfluss begrenzen. Ein überdimensioniertes Ventil kann Druckspitzen, Wasserschläge oder eine unzureichende Regelauflösung verursachen.

Überprüfen Sie den Anschlussstandard, statt sich auf die Nennweite zu verlassen. NPT-, BSPP-, BSPT-, Rohrverschraubungs- und Flanschanschlüsse sind nicht untereinander austauschbar. Prüfen Sie außerdem Gewindeart und Ausrichtung. Ein Ersatz, der Adapter erfordert, kann zusätzliche Leckagepfade schaffen und den verfügbaren Einbauraum verändern.

Spulenleistung und elektrische Anforderungen prüfen

Stimmen Sie die Spule auf die verfügbare elektrische Versorgung ab: AC oder DC, Spannung, Frequenz bei AC-Betrieb, Anschlussart und Leistungsaufnahme. Eine 24-VDC-Spule ist kein Ersatz für eine 24-VAC-Spule, selbst wenn der Anschluss passt. Eine falsche Versorgung kann zu schwacher Betätigung, Überhitzung oder einer sofortigen Beschädigung der Spule führen.

Prüfen Sie den Einschaltdauerbetrieb und die Umgebungstemperatur am Ventil. Anwendungen im Dauerbetrieb benötigen eine Spule, die dauerhaft erregt bleiben kann, ohne ihre thermischen Grenzwerte zu überschreiten. Schalttafeln, geschlossene Maschinen und heiße Prozessbereiche können die Spulentemperatur deutlich über normale Raumtemperaturen hinaus erhöhen.

Überprüfen Sie gegebenenfalls das erforderliche Gehäuse und die Zulassungen. Anlagen mit Reinigungs- oder Abspritzvorgängen benötigen möglicherweise eine geeignete Schutzart. Für explosionsgefährdete Bereiche, die Lebensmittelproduktion, medizinische Geräte und regulierte Prozessanlagen kann eine bestimmte zertifizierte Ausführung erforderlich sein. Ein allgemeiner Ersatz darf nicht eingesetzt werden, wenn die ursprüngliche Zulassung Bestandteil der Anlagenanforderungen ist.

Beim Austausch eines veralteten Burkert-Ventils

Bei abgekündigten oder schwer beschaffbaren Ventilen bleibt ein exakter Ersatz die erste Wahl. Die Übereinstimmung der vollständigen Teilenummer bewahrt den ursprünglichen Durchfluss, die Steuerlogik, die Spulenspezifikation, die Werkstoffe und die Zulassungen. Used Industrial Parts kann Instandhaltungs- und Beschaffungsteams dabei unterstützen, neue, gebrauchte oder abgekündigte MRO-Bestände zu beschaffen, wenn die üblichen Bezugsquellen die benötigte Ausführung nicht mehr führen.

Wenn kein exakter Ersatz verfügbar ist, betrachten Sie die Substitution als ingenieurtechnische Entscheidung. Vergleichen Sie alle funktionalen Anforderungen, einschließlich Ventilfunktion, Anforderungen an die Vorsteuerung, Druckbereich, Medienbeständigkeit, elektrische Daten, Anschlussstandard, Einbaumaße und Zertifizierung. Prüfen Sie vor der Wiederinbetriebnahme der Anlage die Armaturen und die Verdrahtung, testen Sie das Ventil unter kontrollierten Bedingungen und bestätigen Sie, dass der Maschinenablauf sowie die Ausfallsicherheitsstellung wie vorgesehen funktionieren.

Zurück zum Blog